Seit vier Generationen ist Traditionsziel des Hauses Schmincke die Herstellung
von bestmöglichen, feinsten Künstlerfarben. 1881 fanden die beiden verschwägerten
Farbenchemiker, Josef Horadam und Hermann Schmincke, auf der Suche nach traditionellen
hochwertigen Rezepten für Künstler-Ölfarben an der Akademie von Florenz die
traditionellen Harz-Ölfarben-Rezepturen des Professors Cesare Mussini.
Im Gegensatz dazu standen die damals gebräuchlichen einfachen normalen Ölfarben.
Harz-Ölfarben waren vor der Erfindung der Tube aus der Mode gekommen,
weil sie sich ohne solche dichten Behältnisse nur schwer transportieren und aufbewahren ließen.
Auf der Basis der traditionsreichen Harz-Ölfarben-Rezepturen des Professors Mussini
gründeten die beiden Farbenchemiker Horadam und Schmincke unter dem Namen H. Schmincke & Co.
ihren Produktionsbetrieb 1881 und erzielten damit sogleich einen kräftigen Qualitätsvorsprung
und beschleunigtes Wachstum des Hauses Schmincke. Andere im gleichen Zeitraum gegründete
europäische Künstlerfarbenfabriken nutzten normale Ölfarben ohne Harzanteil für die
damals beginnende industrielle Fertigung von Künstlerfarben, die durch die Erfindung
der Tube nun möglich geworden war.
11 Jahre lang arbeitete Josef Horadam an Rezepturen für Künstler-Aquarellfarben, die bereits einige Jahre zuvor in England erfunden worden waren. Im Jahre 1892 erhielt er für seine Entwicklungen europaweite Patente "HORADAM´s Patent-Aquarellfarben". Noch heute werden MUSSINI® Künstler-Harz-Ölfarben und HORADAM® Künstler-Aquarellfarben von Schmincke hergestellt - natürlich im Detail immer weiter verfeinert und nach strengsten Maßstäben weiter verbessert.
Ergänzt wurden die anspruchsvollen Harz-Ölfarben bald nach der Firmengründung um kleinere Sondersortimente für einzelne Kunstprofessoren. Dies war auf Dauer jedoch zu teuer und führte schließlich zu einem "genormten", etwas preisgünstigeren "normalen feinsten"-Ölfarbensortiment, den heute Norma® PROFESSIONAL genannten feinsten Künstler-Ölfarben ohne Harzanteil. Diese mit anderen ersten Sorten weltweiter Mitbewerber vergleichbare Ölfarbensorte Norma® PROFESSIONAL erlaubt den einfacheren, weil weniger erklärungsbedürftigen Einstieg in den weltweiten Künstlerfarbenmarkt.
1967 gab Schmincke den Anstoß zur HKS®-Kooperation führender deutscher Druckfarbenfabriken Hostmann-Steinberg (H) und Kast & Ehinger (K) mit Schmincke (S). Dadurch errang Schmincke auch die Marktführerschaft für den umkämpften Bereich der Designers' Gouache (früher "Plakattempera" genannt) zumindest in Deutschland.
Beständigkeit von Künstlerfarben.
Jeder Kunstschaffende, der sich mit der Langlebigkeit seiner Werke auseinandersetzt,
stellt gerade an die Beständigkeit der Farben gegen Licht höchste Anforderungen.
Licht beeinflusst Kunstwerke entscheidend - sowohl positiv in seiner Farbwirkung,
als auch negativ bezüglich ihrer Beständigkeit, sofern dies nicht durch hochlichtechte
Künstlerfarben bewusst vermieden wird.
Jeder kennt die negativen Einflüsse des Lichtes auf Farben mit geringer Lichtechtheit.
Dies wird beispielsweise an bunten Textilien oder bestimmten Druckerzeugnissen deutlich.
Einige dieser auf eine begrenzte Lebensdauer ausgelegten Produkte zeigen nach kurzer Zeit
eine deutliche Abnahme der Farbintensität, wobei direktes Sonnenlicht das Verblassen
maßgeblich fördert. Licht verändert Materialien, es lässt Holz oder Kunststoffe spröde
werden und Zeitungspapier vergilben. Kunstwerke hingegen müssen beständig sein, die
Farben sollten auch nach Jahren und Jahrzehnten noch voller Brillanz und Leuchtkraft sein.
Im Hause Schmincke legen wir von je her besonderen Wert auf höchste Qualität und setzen
daher auch spezielle Maßstäbe bei der Lichtechtheit unserer Künstlerfarben.
Alle Bestandteile einer Künstlerfarbe - Pigmente, Bindemittel sowie spezielle Additive - bestimmen die Lichtechtheit der getrockneten Malschicht, im Wesentlichen jedoch die Art des eingesetzten Pigments. Die Widerstandsfähigkeit eines Farbtons ist dabei keine zufällige, unveränderliche Eigenschaft; vielmehr kann bei der Pigmentherstellung und besonders bei der Auswahl der Komponenten für eine Künstlerfarbe (Rezeptierung) entscheidender Einfluss genommen werden. Gerade die "richtige" Rezeptierung unter Berücksichtigung aller für eine Künstlerfarbe entscheidenden Eigenschaften ist wichtiges "Know how" der Künstlerfarben-Produktion: hierin besteht das Geheimnis bester Künstlerfarben und höchster Lichtechtheiten.
Bei Schmincke wird ganz besonders Wert auf die gezielte Optimierung der
Rezepturen bezüglich der Lichtechtheit und die Kontrolle des bestehenden
Qualitätsstandards gelegt. Hierfür ist ein objektives Prüfungsverfahren erforderlich.
Eine solche Lichtechtheitsprüfung sieht wie folgt aus: Die Lichtechtheitstests werden
immer mit den fertig rezeptierten Schmincke-Farben, nie mit einzelnen Komponenten der
Rezeptur durchgeführt. Dies ist besonders wichtig, da sich z.B. ein Farbton
verändern kann - obwohl ein Pigment höchster Lichtbeständigkeit
eingesetzt wird - wenn die falsche Auswahl an Bindemitteln oder
Additiven vorgenommen würde. Es wird auf diese Weise also nicht
die alleinige Veränderung des Pigmentes beurteilt (Verblassen des Farbtons),
vielmehr ist jede visuell erkennbare Veränderung entscheidend (Nachdunkeln, Glanzunterschiede etc.).
Weitere Informationen stellt Ihnen die Seite der Firma Schmincke zur Verfügung