Der Versuch eine Lücke zu füllen
Es zeigte sich in langjährigen Beobachtungen von Schulklassen
und der eigenen Kinder, dass die Farbpigmentspäne vom Spitzen
der Buntstifte gerne genutzt wurden, indem sie mit den Fingern
und mit Papiertaschentüchern auf den Heftseiten oder auf losen
Blättern verstrichen wurden. Dadurch ergaben sich relativ
kontur- und übergangslose Farbmuster
und -wolken, die auf den
ersten Blick wie Aquarelle aussahen. Teilweise wurden die
wertvollen Stifte auf diese Weise rasch ganz aufgearbeitet.
Die Ergebnisse waren für die Schülerinnen und Schüler stets
befriedigend und anregend, aber wegen der teuren und viel
Schmutz erzeugenden "Malmittelbeschaffung" bei vielen Eltern
und Lehrern nicht gerne geduldet.
Beim Versuch, Flächen, Hintergründe und Schichtungen durch Zeichnen mit Buntstiften zu erzielen, entstanden dann sehr häufig für die Schüler unbefriedigende Ergebnisse, da die relative Härte der Minen oft ungewollte, dunklere Linien auf dem Malgrund hinterließ.
Wir suchten - lange Zeit im Kopf und nach Jahren dann in
der Werkstatt - nach einem Weg, die Farbpigmente in trockener,
fester Form zum leichten und gefahrlosen Transport
(z.B. im Schulranzen) anzubieten sowie nach einer geeigneten
Methode der Malmittelbereitung: es sollten hierbei nur die
wirklich benötigten Mengen in malfertiger Konsistenz selbst
hergestellt werden können.
Irgendwann war die ganze Sache zum Familienprojekt geworden. Jeder hatte etwas beitragen können. Im Jahr 2007 lag dann endlich das Kästchen, so wie Sie es heute kennen oder noch kennenlernen, vor uns... .
...Und dass sich mit seiner Hilfe nicht nur Flächen, Hintergründe und Schichtungen malen lassen, sondern auch "richtige" Bilder, überraschte uns alle ebenso wie viele Menschen, die Seccorell inzwischen kennen gelernt und Freude daran gefunden haben...!
Information für Eltern, Lehrer und Therapeuten
Pädagogische Gesichtspunkte:
Aus pädagogischer Sicht bietet der Gebrauch von Seccorell einige sinnvolle Vorzüge und wirksame Übungsfelder:
1. Beim Dosieren der Abriebmenge des Farbpulvers ist vorausschauende
Einschätzung gefragt: Wie viel brauche ich? Wie viel kann ich verarbeiten?
2. Das Abreiben des Pigments am Reibmittel und das anschließende Ausbürsten und
wischende Malen entsprechen einem menschlichen Urbedürfnis:
etwas wird zerstört und dann neu gestaltet.
3. Der Hautkontakt beim Malen schafft Nähe zum werdenden Bild.
4. Idealerweise werden alle Finger für die verschiedenen Farbtöne benutzt.
Dies ist ein Beitrag zur Schulung der Basal-Sinne, deren mangelnde Entwicklung
oft beklagt wird. Hierdurch kann auch die Körpergeographie geübt und mit einer
kleinen Aufmerksamkeitsübung verbunden werden: "Welcher Finger ist jetzt dran?" -
"Der grüne, der Ringfinger passt!"
Das Malen mit den Seccorell-Farben erfordert keine aufwändige Ateliersituation.
Dadurch, dass Wassertöpfe und Fixierspray entfallen, kann man ganz einfach auch
mal zwischendurch malen, und es lassen sich wunderbar Schulheftseiten, Kopien und
Geschriebenes auf nahezu jeder Papierart gestalten. Aus dem täglichen Umgang mit
Seccorell und den erfreulichen Berichten von Anwendern und Pädagogen ahnen wir,
dass diese Maltechnik noch viele Möglichkeiten bereithält - immer wieder tauchen
neue Ideen auf.
Was ist speziel an Seccorell?
Die Seccorell-Maltechnik bildet eine Brücke zwischen der
Aquarell- und der Pastelltechnik und benötigt weder Wasser noch Fixativ..
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